Impuls 2. Mose 14, 1- 14

Text: 2. Mose 14, 1- 14

 

„Bleib doch endlich mal stehen, werde einfach mal leise.“ Mit dieser Liedzeile (Band Begegnung) im Ohr lese ich meinen Andachtstext.

„Der Herr wird für euch kämpfen, ihr aber werdet still sein.“ (2. Mose 14,14) Ich habe schon oft an diesem Satz gekämpft, weil es nicht meinem Wesen entspricht, leise zu sein und andere kämpfen zu lassen. Empfinde ich Ungerechtigkeit, stehe ich an vorderer Front und kämpfe dagegen. Und jetzt einfach still sein und Gott machen lassen?
Wenn das mir schon schwer fällt in meinen täglichen Situationen, bei denen es nicht um Gefangenschaft und Leben oder Tod geht, wie schwer muss es dann den Israeliten gefallen sein bei Ihrem Auszug aus Ägypten?

Es fällt ihnen sehr schwer: „Hast du uns deshalb weggeführt, damit wir in der Wüste sterben, weil es in Ägypten keine Gräber gab? Warum hast du uns das angetan, dass du uns aus Ägypten herausgeführt hast? Ist dies nicht das Wort, das wir schon in Ägypten zu dir geredet haben: Lass ab von uns, wir wollen den Ägyptern dienen? Es wäre nämlich besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben.“ (2. Mose 14, 11-13)

Die Israeliten lebten in Gefangenschaft in Ägypten, waren Sklaven, mussten hart arbeiten, und es ging ihnen nicht gut. Durch Gottes Leitung führte Mose sie aus diesem Land, aus dieser Situation heraus in eine ungewisse Zukunft. Jetzt stehen sie vor einem Meer, und hinter ihnen kommt der Pharao mit „sechshundert auserlesene[n] Streitwagen und alle (übrigen) Streitwagen Ägyptens und Wagenkämpfer auf ihnen alle“ (Vers 7). Da kann ich schon verstehen, warum sie Mose solche Vorwürfe machen. Da muss man das Gefühl bekommen, egal wie schlecht es mir vorher ging, es kann ja nur noch schlechter werden.

In solchen Situationen rechnen wir manchmal einfach nicht mit Gott, wir sehen nur, dass es weder vor, noch zurück geht, finden keine Lösung. Jeder von uns kennt diese Situation. Und ich wünschte mir, ich würde so lässig wie Mose bleiben können und den klaren Blick nicht verlieren: „Fürchtet euch nicht! Steht, und seht die Rettung des Herrn, die er euch heute bringen wird. Denn die Ägypter, die ihr heute seht, die werdet ihr weiterhin in Ewigkeit nicht mehr sehen. Der Herr wird für euch kämpfen, ihr aber werdet still sein.“ (Vers 13-14)

Gott kämpft für mich. Ich brauche gar nicht nach ganz vorn rennen und mit meinem bisschen Kraft versuchen, etwas zu bewegen oder gar zu gewinnen. Zuerst sollte ich mit Gott reden, ihm mein Problem schildern, zeigen, dass ich hoffnungslos bin, dass ich einfach nicht weiter weiß. Gott bitten, mir den Weg zu weisen, seine Kraft in mir wirken lassen. Und dann kämpfe nicht mehr ich, sondern Gott, und ich darf still sein, mich ausruhen in seiner Kraft. Gott ist gut, jederzeit. Zu jeder Zeit ist Gott gut. Gott hat die Israeliten nicht hängen lassen, er hat für sie gekämpft, das wissen wir. Und ich weiß, dass Gott dich und mich nicht hängen lassen wird. Egal in welchem Kampf des Lebens wir uns befinden, Gott ist da, wenn wir ihn um Hilfe bitten.

Deshalb kann ich jetzt still sein und seine Kraft genießen.